27.11.2017 Nachdem die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) am vorletzten Wochenende über die Zig-Millionen-Betrügereien rund um die Erstattung von Leistungs- und Konsolidierungs-Rabatten der Deutschen Post an Dienstleister in der Rhein-Main-Region berichtet hatte, weitete sich der Skandal im Laufe der Woche aus.

Die Staatsanwaltschaft Koblenz sprach von 14 Verdächtigen, von denen drei bereits in Untersuchungshaft genommen wurden. Konkret hatten die Täter von der Schwäche der Post in ihren Briefzentren profitiert, die Eingangspostmengen genau zu kontrollieren, insbesondere an Tagen mit geringer personeller Besetzung. Im Laufe der Woche gingen die Schadensschätzungen auf 50 bis 100 Millionen in die Höhe. Aktuell streiten sich die Deutsche Post und Postcon vor Gericht, berichtet die Wirtschaftswoche in ihrer neuesten Ausgabe. Die Post hat die Zahlung von Konsolidierungsrabatten an Postcon eingestellt, obwohl nicht diese, sondern nachgeordnete Postcon-Partnerunternehmen an der Betrügerei beteiligt waren. Die Bundesnetzagentur hat dazu bereits festgestellt, dass die Deutsche Post hier ihre marktbeherrschende Stellung unberechtigt ausnutzt. Jetzt soll das Kölner Verwaltungsgericht entscheiden. Der Rabattbetrug und die erkennbaren Sicherheitsschwächen der Post führten in der vergangenen Woche außerdem zu einem Kurseinbruch an der Börse, welcher die Postaktie am Montag zum Dax-Verlierer machte.

 

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