09.07.2018 Italien und Ungarn sind seit dem 1. Juli in der Pflicht, bis spätestens Januar 2019 alle B2B-Rechnungen elektronisch zu verschicken - mit Umweg über das Finanzamt.

"Große Tech-Unternehmen wie Facebook sammeln und verarbeiten immer mehr Daten. Doch damit sind sie nicht mehr allein: Auch in Europa wächst der Datenhunger. Vor allem die öffentliche Verwaltung entdeckt zunehmend das Potenzial von Daten", weiß Marcus Laube, CEO von crossinx. "Kommunen und Ämter in Italien und Ungarn verlangen seit diesem Monat von all ihren Rechnungsstellern, Rechnungsprozesse zumindest in Teilbereichen zu digitalisieren. Denn sie wollen mehr Einsicht in die Rechnungsdokumente und fordern das sogenannte Tax Reporting. Für Unternehmen bedeutet das, dass jede Rechnung zunächst ans Finanzamt gehen muss, ehe sie an den eigentlichen Empfänger verschickt wird. In Amerika, insbesondere Südamerika, sind solche Vorgänge schon lange Standard. Der Datenhunger der Behörden reicht sogar so weit, dass manche Supermarktkassen direkt an das Finanzamt angebunden sind. Und Rechnungsprozesse laufen dort bereits seit Jahren ausschließlich elektronisch ab. Das ist auch nötig, denn eine manuelle Rechnungsverarbeitung könnte die Anforderungen kaum erfüllen." Und er fährt fort: "Diese südamerikanischen Trends kommen auch langsam nach Europa. Deutsche Unternehmen sind schon heute in Zugzwang - nämlich diejenigen, die eine Niederlassung in Ungarn oder Italien haben. Spätestens ab dem 1. Januar 2019 müssen ihre Rechnungsprozesse in den entsprechenden Ländern dann elektronisch ablaufen: "Deutsche Firmen, die international tätig sind, sollten sich heute schon überlegen, wie sie ihre Rechnungsprozesse digitalisieren wollen. Sie brauchen jetzt eine Strategie, die sie auf die kommenden Regularien vorbereitet", rät Laube. "Denn in nicht allzu ferner Zukunft wird es auch in Deutschland ähnliche elektronische Rechnungsmodelle wie in Südamerika geben."

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