14.10.2019 Anlässlich des 30. Jubiläums des Mauerfalls gibt das motio-Netzwerk (Wirtschaftsverband Kopie & Medientechnik e.V.), damals trug der Branchenverband der gewerblichen Print-Dienstleistungs-Unternehmen noch den Namen Fachverband Reprografie, war seit 1945 im Osten Deutschlands verboten, eine kurzen Rückblick auf die Zeit vor der Wende.


Im Gewerbe der Reprografie und Lichtpausereien existierten zu DDR-Zeiten überwiegend in Thüringen und Sachsen nur noch wenige nichtstaatliche Kleinstbetriebe, deren Gewinne mit über 90 % besteuert und die bei der Belieferung mit Maschinen stets benachteiligt wurden. Inhaber durften ihre Betriebe lediglich vererben oder dem Staat schenken aber keinesfalls verkaufen.
Dennoch haben bis zur Wende einige Private durchgehalten. "Viele von ihnen waren bis 1945 bei uns im damaligen Lichtpauser-Bund Mitglieder. Weder der 2. Weltkrieg noch die russische Besatzung und die DDR-Herrschaft hatten sie gebrochen," so der heutige Geschäftsführer des motio-Netzwerkes Achim Carius rückblickend.
Es war der selbständige sächsische Reprograf Dietmar Beyer aus Riesa der mit seinen Freunden heute vor 30 Jahren nach Leipzig fuhr und mit ca. 100 000 weiteren mutigen Kommunismus-Gegnern demonstrierend durch Leipzig zog und den Rücktritt der sozialistischen Regierung forderte. All denen, die wie Dietmar Beyer, damals mit dabei waren und Flagge zeigten, denen dankt der motio-Vorstand heute 30 Jahre danach respektvoll für ihren Einsatz. "Dieser Bekennermut hat zur Vereinigung unseres Landes geführt, zur Wiederherstellung der Marktwirtschaft und einem freiem Unternehmertum in der DDR," so Carius.
Beyer organisierte wenige Monate später im Sommer 1990 in seiner Heimatstadt das erste Treffen der DDR-Reprografen seit 1939, seine Kollegen wählten ihn zu deren Sprecher. Zum feierlichen Höhepunkt der Wende trafen sich Ost- und West-Reprografen am 6. Oktober 1990 in Leipzig, wo alle Mitglieder die formale Vereinigung unter dem gemeinsamen Verbandsdach vollzogen.

 

Weitere Informationen:
www.motio-media.de