12.05.2021 Das runde Computer-Jubiläum veranlasst das motio-Netzwerk als Branchenverband der Digitaldruck- und Scan-Dienstleister zu einer Würdigung von Konrad Zuse. Zum 80. Jahrestag ruft Geschäftsführer Rechtsanwalt Achim Carius das Lebenswerk des Berliner Erfinders in Erinnerung.

“Nicht die Amerikaner waren die Ersten. Google-USA schreibt zwar den Amerikanern die Erfindung in 1946 zu, dies ist aber die Unwahrheit. Google-USA deutet hier die Computer-Geschichte um.” Tatsächlich war es der deutsche Ingenieur Konrad Zuse, der den ersten funktionsfähigen Computer am 12. Mai 1936 in Betrieb nahm und 1941 weltweit das erste Computer-Unternehmen gründete und dies ganz ohne staatlicher Unterstützung.

Prof. Horst Zuse, der Sohn von Konrad Zuse, berichtete 2018 auf der Verbandsveranstaltung “motio-Netzwerktage” in Mainz, wie sein Vater am 12. Mai 1936 in der Kreuzberger Familienwohnung seinen weltweit ersten Computer zum Laufen brachte. Zuse führte auf dem motio-Kongress sogar einen historischen Originalfilm seines Vaters vor. Der verlorene Weltkrieg verhinderte später, da Deutschland wirtschaftlich noch zu schwach war, ihm die nötige staatliche Unterstützung zu gewähren. Hingegen pumpte die US-Regierung nach dem Krieg Milliarden an Dollar in die Rüstungsentwicklung. Der Wirtschaftsverband Kopie & Medientechnik e.V. verweist heute mit Stolz auf den Auftritt von Prof. Horst Zuse im Rahmen seiner Veranstaltung vor drei Jahren. Nicht nur die Computer-Erfindung von Zuse vor 80 Jahren hat die Branche der einstigen Analog-Drucker, Lichtpauser, Mikroverfilmer und Reprografen hin zu Medien-Dienstleistern mit Digitaldruck- und Scan-Technologie verändert. Auch die Entwicklung des weltweit ersten Plotters gelang Zuse, der seine Innovation 1961 erstmalig auf der Hannover-Messe vorstellte. “Damit ist er für unsere Branche ein herausragendes Vorbild von deutschem sowie europäischem Erfinder- und Unternehmergeist,” so Carius. Mit Plottern sind seit Ende der 1980er Jahre nahezu alle Mitglieder des motio-Netzwerkes ausgestattet.

Zuse startete seine Entwicklungen ursprünglich in Berlin, nach dem 2. Weltkrieg ging er ins hessische Bad Hersfeld. Gewohnt hatte er im nahen Hünfeld bei Fulda, wo heute ein Zuse-Museum mit Original-Rechner- und Plotter-Exponaten existiert. “Zum 80. Jahrestag der Computer-Erfindung durch Konrad Zuse ehren wir als bundesweiter Verband diesen großen Ingenieur, Erfinder, Entwickler und Unternehmer. Seinem 76-jährigem Sohn Prof. Horst Zuse danken wir für den Aufbau einer Zuse-Abteilung im Deutschen Technikmuseum in Berlin, die das Werk seines Vaters in historisch angemessene Dimensionen rückt. Sein Auftritt bei motio wird unvergessen bleiben. Deutschland muss weiterhin ein starkes Erfinder- und Unternehmerland bleiben,” so der Verband der Print- und Scanbranche.

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